Welche Schweißdüse passt zu meinem Handschweißkopf? Auswahl, Formen und Wechsel

Welche Schweißdüse passt zu meinem Handschweißkopf – Ratgeber zur Auswahl

Kurz gesagt: Die passende Schweißdüse für deinen Handschweißkopf bestimmst du über drei Dinge: die Aufnahme/das Gewinde, das zu deinem Kopf passt (z. B. M8, M10, M11, M13 oder M16), die Düsenform passend zur Nahtgeometrie (gerade Naht oder Ecke/Kehlnaht) und die Frage, ob du mit Draht schweißt (ohne Draht, Einzeldraht oder Doppeldraht). Nenne dein Kopf-Modell und deine Anwendung, dann lässt sich die Düse eindeutig zuordnen.

Nach dem Schutzglas ist die Schweißdüse das Teil, nach dem uns Kunden am häufigsten fragen – oft direkt im Anschluss: „Und welche Düse passt dazu?“. Dieser Beitrag zeigt dir markenneutral, woran du die richtige Düse für deinen handgeführten Laserschweißkopf erkennst.

Was macht die Schweißdüse beim Handlaser?

Die Düse sitzt vorne an der Schweißoptik und hat zwei Aufgaben: Sie führt das Schutzgas gezielt an die Schweißstelle, damit die Naht sauber und oxidfrei bleibt, und sie hält Spritzer von der Optik fern. Bei Düsen mit Drahtvorschub kommt eine dritte Aufgabe dazu: Sie führt den Zusatzdraht präzise in den Fokuspunkt. Die Düse ist ein Verschleißteil und wird regelmäßig getauscht.

Welche Schweißdüse passt zu meinem Handschweißkopf?

Drei Kriterien bestimmen die richtige Düse. Wenn du sie kennst, ist die Zuordnung eindeutig:

Schweißdüse wählen – drei Kriterien: Gewinde/Aufnahme (M8 bis M16), Nahtform (gerade oder Ecke/Kehlnaht), Draht (ohne, Einzeldraht, Doppeldraht)

  1. Gewinde / Aufnahme: Die Düse muss mechanisch zum Kopf passen. Handschweißköpfe nutzen je nach Modell unterschiedliche Gewinde (z. B. M8, M10, M11, M13, M16). Das Kopf-Modell grenzt die Auswahl bereits stark ein.
  2. Nahtform: Für gerade Stumpf- und Überlappnähte eignen sich andere Düsenformen als für Ecken und Kehlnähte. Viele Serien bieten deshalb mehrere Formen (z. B. A, B, C…).
  3. Draht: Schweißt du ohne Zusatzwerkstoff, mit Einzeldraht oder mit Doppeldraht? Danach richtet sich, ob du eine Düse mit Drahtkanal oder eine Doppeldraht-Düse brauchst.

Düsenformen: gerade Naht oder Ecke/Kehlnaht

Die Form der Düsenspitze entscheidet, wie gut du an die Naht herankommst und wie das Schutzgas die Schmelze abdeckt. Gerade Ausführungen sind der Allrounder für zugängliche Nähte; gewinkelte oder speziell konturierte Formen erleichtern Innenecken und Kehlnähte. Welche Form ideal ist, hängt von deinem typischen Bauteil ab – im Zweifel lohnt sich ein kleiner Satz verschiedener Formen zum Ausprobieren.

Mit oder ohne Draht? Einzel- oder Doppeldraht

Ohne Zusatzdraht schweißt du im Schmelzschweißverfahren Kante an Kante – schnell und einfach bei gut passenden Fugen. Mit Zusatzdraht füllst du Spalte, überbrückst Toleranzen und beeinflusst die Nahtgeometrie; dafür brauchst du eine Düse mit Drahtkanal. Doppeldraht-Düsen (Double Feeder) führen zwei Drähte gleichzeitig und können den Auftrag erhöhen. Die Drahtführung ist auf den Drahtdurchmesser abgestimmt – auch das ist bei der Auswahl relevant.

Düse nach Kopf und Anwendung – Beispiele

Die folgende Übersicht zeigt gängige Ausführungen aus unserem Sortiment mit typischer Zuordnung. Sie ist ein Richtwert zur Orientierung – maßgeblich bleibt immer dein Kopf-Modell.

Anwendung / Kopf Ausführung Beispielprodukt
Handschweißen (z. B. StahlWerk-Kopf, M16) Schweißdüse, mehrere Formen Schweißdüsen WN-A-H-C M16
Handschweißen (WSX / MaxPhotonics, M11) Schweißdüse Schweißdüse WN-A-H M11
Schweißen mit Einzeldraht Drahtzuführungsdüse (Kupfer) Drahtzuführungsdüse M5
Schweißen mit Doppeldraht Double-Feeder-Düse Double Feeder Nozzles

Weitere Ausführungen findest du in der Kollektion Laser-Handschweißdüsen. Achtung: Schweißdüsen sind etwas anderes als Laser-Schneiddüsen – Schneidköpfe (z. B. Raytools, Precitec, WSX-Schneidköpfe) brauchen Schneiddüsen, keine Schweißdüsen.

Wann muss die Schweißdüse getauscht werden?

Typische Anzeichen sind Spritzeranhaftungen an der Düsenöffnung, eine verformte oder zugesetzte Mündung, eine unregelmäßige Schutzgasabdeckung (poröse oder oxidierte Naht) sowie – bei Drahtdüsen – eine hakelige Drahtführung. Düsen sind günstige Verschleißteile; ein kleiner Vorrat der passenden Ausführung erspart Stillstand. Wie Düse, Schutzglas und Optik zusammenspielen, liest du im Beitrag Welches Schutzglas passt in meinen Laserkopf?.

Häufige Fragen (FAQ)

Welche Schweißdüse brauche ich?

Das hängt von deinem Kopf-Modell (Gewinde/Aufnahme), der Nahtform und der Drahtnutzung ab. Am schnellsten kommst du zum Ziel, wenn du uns Hersteller und Typ deines Handschweißkopfs sowie deine Anwendung nennst – dann ordnen wir die passende Düse zu.

Und welche Düse passt zu meinem Schweißkopf (z. B. SUP23T)?

Für handgeführte Schweißköpfe richtet sich die Düse nach Gewinde und Anwendung. Nenne uns die genaue Modellbezeichnung deines Kopfs, dann gleichen wir Aufnahme und Form ab, statt eine pauschale Angabe zu machen, die im Einzelfall nicht passt.

Ich habe einen Raytools BM114 – welche Düse brauche ich?

Der Raytools BM114 ist ein Schneidkopf. Dort gehört eine Schneiddüse hinein, keine Schweißdüse. Nenne uns Kopf und Anwendung, dann ordnen wir das richtige Teil zu.

Brauche ich eine Düse mit Drahtvorschub?

Nur wenn du mit Zusatzdraht schweißt. Ohne Draht genügt eine Standard-Schweißdüse. Für Einzeldraht brauchst du eine Drahtzuführungsdüse, für Doppeldraht eine Double-Feeder-Düse; die Drahtführung ist auf den Drahtdurchmesser abgestimmt.

Welche Düsenform für Kehlnähte?

Für Innenecken und Kehlnähte sind gewinkelte oder speziell konturierte Formen oft im Vorteil, weil du besser an die Naht herankommst. Für gerade, gut zugängliche Nähte reicht meist eine gerade Ausführung. Ein Satz mit mehreren Formen hilft beim Ausprobieren.

Woran erkenne ich, dass die Düse verschlissen ist?

An Spritzeranhaftungen, einer verformten oder zugesetzten Mündung, unregelmäßiger Schutzgasabdeckung (poröse/oxidierte Naht) und – bei Drahtdüsen – hakeliger Drahtführung. Dann solltest du die Düse tauschen.


Autor: beam.deals Fachredaktion · Laseranwendungstechnik

Hinweis: Alle Angaben sind Richtwerte zur Orientierung. Maßgeblich ist stets dein konkreter Schweißkopf. Handgeführtes Laserschweißen erfolgt mit Klasse-4-Lasern – beachte die Schutzmaßnahmen. Bei Unsicherheit nenne uns dein Modell und deine Anwendung – wir beraten dich gern.