Welches Schutzglas passt in meinen Laserkopf? So findest du das richtige Ersatz-Schutzglas

Welches Schutzglas passt in meinen Laserkopf – Ratgeber zur Auswahl des richtigen Ersatz-Schutzglases

Kurz gesagt: Das passende Schutzglas bestimmst du über zwei Maße deines Laserkopfs – den Durchmesser (Ø) und die Dicke in Millimetern – plus die richtige Antireflex-Beschichtung für die Wellenlänge deines Faserlasers (in der Regel 1064–1080 nm). Wenn du das alte Glas misst oder dein Kopf-Modell nennst, lässt sich das Ersatzglas eindeutig zuordnen.

Kaum eine Frage erreicht unsere Beratung so oft wie diese: „Welches Schutzglas passt in meinen Kopf?“ – mal für einen handgeführten Schweißkopf, mal für eine Schneidoptik von Precitec, Raytools, WSX oder Trumpf. Dieser Beitrag zeigt dir markenneutral, woran du das richtige Ersatz-Schutzglas erkennst und welche Angaben du für eine eindeutige Zuordnung brauchst.

Was ist ein Schutzglas – und warum ist es ein Verschleißteil?

Das Schutzglas (auch Schutzfenster oder Cover Glass) ist eine planparallele Scheibe aus Quarzglas (Fused Silica), die im Laserkopf unterhalb der teuren Fokussier- und Kollimationslinsen sitzt. Seine Aufgabe: Es fängt Rauch, Staub, Metalldämpfe und Schweißspritzer ab, bevor sie die eigentliche Optik erreichen. Damit ist das Schutzglas ein bewusst gewähltes Opferbauteil – es ist deutlich günstiger als die Fokuslinse und wird regelmäßig getauscht.

Beidseitig trägt das Glas eine Antireflex-Beschichtung (AR-Coating), die auf die Laserwellenlänge abgestimmt ist. Bei Faserlasern liegt diese meist bei 1064–1080 nm. Die Beschichtung reduziert Reflexionsverluste und Wärmeeintrag – ein unbeschichtetes Fensterglas gehört deshalb nicht in einen Laserkopf.

Welches Schutzglas passt in meinen Laserkopf?

Ein Schutzglas ist über zwei Maße eindeutig definiert: den Außendurchmesser (Ø in mm) und die Dicke (in mm). Beide müssen exakt zur Aufnahme im Kopf passen – ist der Durchmesser zu klein, dichtet das Glas nicht ab; ist er zu groß, lässt es sich nicht einsetzen. Notiert wird die Größe üblicherweise als „Ø 20 × 3 mm“ (Durchmesser × Dicke).

Schema eines Laser-Schutzglases: Durchmesser in der Draufsicht und Dicke in der Seitenansicht, Quarzglas mit AR-Beschichtung für 1064-1080 nm

Neben den Maßen zählt die Beschichtung: Sie muss zur Wellenlänge deiner Laserquelle passen. Für nahezu alle Faserlaser-Schweiß-, -Schneid- und -Reinigungsanwendungen ist das der Bereich 1064–1080 nm. Manche Schutzgläser werden zusätzlich in einem Adapter oder Halter geliefert, der direkt in den jeweiligen Kopf gehört – hier lohnt der Blick auf das konkrete Modell.

So findest du das richtige Schutzglas – Schritt für Schritt

Wenn du dein altes Glas oder dein Kopf-Modell kennst, ist die Zuordnung unkompliziert. Vier Schritte führen zuverlässig zum passenden Ersatz:

Vier Schritte zum passenden Schutzglas: Kopf-Modell bestimmen, Altglas messen, Wellenlänge und Leistung prüfen, Einbaurichtung beachten

  1. Kopf-Modell bestimmen: Notiere Hersteller und Typ deiner Optik (z. B. Precitec, Raytools, WSX, Ospri oder einen handgeführten Schweißkopf). Das Modell grenzt die Größe oft schon stark ein.
  2. Altglas messen: Nimm Durchmesser und Dicke des ausgebauten Glases mit einem Messschieber ab. Das ist die sicherste Methode, wenn keine Modellbezeichnung vorliegt.
  3. Wellenlänge und Leistung prüfen: Bei Faserlasern ist die Beschichtung auf 1064–1080 nm ausgelegt. Höhere Laserleistungen können dickere oder speziell ausgelegte Gläser verlangen.
  4. Einbaurichtung beachten: Setze das Glas mit derselben Orientierung und mit intaktem Dichtring wieder ein, wie das ausgebaute Original.

Gängige Schutzglas-Größen im Überblick

Die folgende Tabelle zeigt gängige Größen aus unserem Sortiment mit typischen Einsatzbereichen. Sie ist ein Richtwert zur Orientierung – maßgeblich bleibt immer das Maß deines Kopfs. Im Zweifel misst du nach oder nennst uns dein Modell.

Anwendung / typischer Kopf Größe (Ø × Dicke) Beispielprodukt
Handgeführtes Schweißen (z. B. StahlWerk SUP23T) Ø 18 × 2 mm Schutzglas Ø 18 × 2 mm
Handgeführtes Schweißen (z. B. MaxPhotonics HW970) Ø 20 × 3 mm Schutzglas Ø 20 × 3 mm
Laserschneiden (mittlere Optiken) Ø 30 × 5 mm Schutzglas Ø 30 × 5 mm
Laserschneiden (Hochleistung) Ø 37 × 7 mm Schutzglas Ø 37 × 7 mm

Weitere Größen und Adapter findest du in unseren Kollektionen Schutzglas für die handgeführte Laserschweißoptik und Laserschneid-Schutzgläser – oder gebündelt in der Übersicht Schutzgläser.

Schweißen oder Schneiden: Wo liegt der Unterschied beim Schutzglas?

Beide Anwendungen nutzen dasselbe Grundprinzip, stellen aber unterschiedliche Anforderungen – deshalb lohnt eine ehrliche Abwägung. Handgeführte Schweißköpfe arbeiten oft mit kleineren Durchmessern und dünneren Gläsern, weil die Optik kompakt baut und das Glas leicht zugänglich sein soll. Schneidköpfe im höheren Leistungsbereich verwenden tendenziell größere und dickere Schutzgläser, die den höheren thermischen und mechanischen Belastungen standhalten. Rechteckige Formate, wie sie einige Trumpf- und Precitec-Köpfe nutzen, sind ein Sonderfall: Hier führt der Weg fast immer über die exakte Modellbezeichnung, da sich diese Gläser nicht durch ein einfaches Rund-Maß beschreiben lassen.

Als Faustregel gilt: Je höher die Laserleistung und je rauer die Umgebung (viel Spritzer, viel Rauch), desto häufiger der Wechsel – und desto wichtiger ein sauber passendes, korrekt beschichtetes Glas. Wann ein Wechsel ansteht und woran du ein verbrauchtes Glas erkennst, liest du im Beitrag Schutzglas wechseln am Faserlaser.

Häufige Fragen (FAQ)

Welches Schutzglas brauche ich für meinen Laserkopf?

Das hängt von Durchmesser, Dicke und Wellenlängen-Beschichtung ab. Am schnellsten kommst du zum Ziel, wenn du entweder das ausgebaute Glas ausmisst (Ø × Dicke in mm) oder uns Hersteller und Modell deines Kopfs nennst. Damit lässt sich das passende Ersatzglas eindeutig bestimmen.

Welches Schutzglas passt in einen Trumpf-Kopf, zum Beispiel BEO D70?

Trumpf-Köpfe verwenden teils eigene, auch rechteckige Schutzglas-Formate. Ein einfaches Rund-Maß reicht hier nicht aus. Nenne uns die genaue Modellbezeichnung deines Kopfs – dann ordnen wir das passende Glas zu. Eine Ferndiagnose allein über die Baureihe wäre unseriös.

Welches Schutzglas hat ein WSX NC30?

Für Köpfe wie den WSX NC30 gilt dasselbe Vorgehen wie bei jeder Optik: Modell nennen oder das alte Glas messen. Wir gleichen die Angaben mit den passenden Größen ab, statt eine pauschale Zahl zu nennen, die im Einzelfall nicht stimmen muss.

Woran erkenne ich, dass das Schutzglas gewechselt werden muss?

Typische Anzeichen sind sichtbare Einbrände, Beläge oder Kratzer auf dem Glas, ein Rückgang der Schnitt- oder Schweißqualität sowie eine erkennbar wärmere Optik. Details und eine Schritt-für-Schritt-Anleitung findest du in unserem Beitrag zum Schutzglaswechsel.

Muss das Schutzglas beschichtet sein?

Ja. Ein Laser-Schutzglas trägt eine Antireflex-Beschichtung, die auf die Wellenlänge deiner Quelle abgestimmt ist (bei Faserlasern typischerweise 1064–1080 nm). Unbeschichtetes Fensterglas führt zu Reflexionen, Wärmeeintrag und Leistungsverlust und gehört nicht in einen Laserkopf.

Und welche Düse passt zu meinem Kopf?

Auch die Schneiddüse richtet sich nach dem Kopf-Modell und der Anwendung. Passende Düsen findest du in unserer Kollektion Laser-Schneiddüsen. Wenn du Kopf und Anwendung nennst, empfehlen wir dir die passende Ausführung.


Autor: beam.deals Fachredaktion · Laseranwendungstechnik

Hinweis: Alle Größen- und Materialangaben sind Richtwerte zur Orientierung. Maßgeblich ist stets die Aufnahme deines konkreten Laserkopfs. Bei Unsicherheit nenne uns dein Modell oder das ausgemessene Altglas – wir beraten dich gern.