Kurz gesagt: Eine Laserschutzbrille passt zu deinem Laser, wenn sie zwei Dinge erfüllt: Sie muss die Wellenlänge deines Lasers abdecken (bei Faserlasern und Nd:YAG typisch 1064 nm, bei CO₂ 10.600 nm) und eine ausreichend hohe Schutzstufe (LB-Wert nach EN 207) für die Leistung und Betriebsart deines Geräts haben. Die richtige Stufe ergibt sich aus der Gefährdungsbeurteilung, nicht allein aus der Wattzahl.
„Welche Schutzbrille brauche ich denn?" gehört zu den häufigsten Fragen in unserer Beratung. Die kurze Antwort oben stimmt immer – die etwas längere erklärt, wie du die passende Brille sicher selbst eingrenzt. Dieser Ratgeber ist verfahrens- und markenneutral: Er hilft dir bei der Auswahl, ersetzt aber keine Gefährdungsbeurteilung.
Zwei Angaben entscheiden: Wellenlänge und Schutzstufe
Auf jeder normkonformen Laserschutzbrille steht eine Kennzeichnung wie D 1064 LB6. Sie fasst drei Informationen zusammen: die Betriebsart des Lasers, die Wellenlänge (in Nanometern) und die Schutzstufe. Nur wenn Wellenlänge und Schutzstufe zu deinem Gerät passen, schützt die Brille tatsächlich.

Die Buchstaben stehen für die Betriebsart, für die die Brille geprüft wurde: D = Dauerstrich (CW), I = Impulsbetrieb, R = Riesenimpuls/Q-Switch und M = modengekoppelt (ultrakurze Pulse). Die Schutzstufe reicht von LB1 bis LB10 – je höher der Wert, desto mehr Leistungs- bzw. Energiedichte hält die Brille aus. Geprüft wird, dass der Filter dem direkten Strahl mindestens 5 Sekunden (bei D/I) beziehungsweise 50 Impulsen (bei R/M) standhält.
Welche Wellenlänge hat mein Laser?
Der erste Filter bei der Auswahl ist immer die Wellenlänge. Sie hängt an der Bauart der Laserquelle, nicht an der Anwendung – ein Faserlaser strahlt beim Schweißen, Reinigen und Schneiden auf derselben Wellenlänge. Diese Richtwerte helfen dir bei der Einordnung:

| Lasertyp | Typische Wellenlänge | Sichtbar? |
|---|---|---|
| Grünlaser (DPSS/SHG) | 532 nm | ja |
| Diodenlaser | ca. 800–1000 nm | nein (IR) |
| Scheibenlaser | 1030 nm | nein (IR) |
| Faserlaser | 1064 nm (ca. 1060–1080) | nein (IR) |
| Nd:YAG-Laser | 1064 nm | nein (IR) |
| CO₂-Laser | 10.600 nm | nein (IR) |
Wichtig: Eine Brille für 1064 nm schützt nicht vor einem CO₂-Laser (10.600 nm) und umgekehrt. Wer an mehreren Lasertypen arbeitet, braucht entweder mehrere Brillen oder ein Breitband-Filter, der alle vorhandenen Wellenlängen mit ausreichender Stufe abdeckt.
EN 207 oder EN 208 – was ist der Unterschied?
Beide Normen betreffen Augenschutz, sind aber nicht austauschbar. Für den regulären Betrieb an Materialbearbeitungslasern ist praktisch immer EN 207 die richtige Wahl.
| EN 207 – Laserschutzbrille | EN 208 – Laser-Justierbrille | |
|---|---|---|
| Zweck | Voller Augenschutz im Betrieb | Nur Justier-/Ausrichtarbeiten |
| Skala | LB1–LB10 | RB1–RB5 |
| Prinzip | Hält direktem Strahl stand (5 s / 50 Impulse) | Dämpft auf Klasse-2-Niveau, Lidschlussreflex schützt |
| Sichtbarkeit | Filter oft stark eingefärbt | Strahlfleck bleibt erkennbar (400–700 nm) |
Eine Justierbrille (EN 208) ist also kein Ersatz für eine vollwertige Schutzbrille (EN 207) – sie ist nur für kurze Ausricht- und Einstellarbeiten mit sichtbaren Lasern gedacht.
Welche Laserschutzbrille brauche ich für einen 2 kW Faserlaser?
Ein 2 kW-Faserlaser arbeitet auf 1064 nm – die Brille muss also diese Wellenlänge in der Betriebsart D (Dauerstrich) abdecken. Die nötige Schutzstufe (LB) lässt sich aber nicht allein aus „2 kW" ableiten: Entscheidend ist die auf den Filter treffende Leistungsdichte, und die hängt von Strahldurchmesser und Arbeitsabstand ab. Deshalb wird die erforderliche LB-Stufe im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung berechnet. Als Orientierung: Für handgeführtes Laserschweißen kommen häufig Filter im Bereich 1064 nm D mit mittlerer bis höherer LB-Stufe zum Einsatz – die konkrete Stufe solltest du für deinen Aufbau bestätigen lassen. Nenne uns einfach Lasertyp, Leistung und Anwendung, dann grenzen wir die passende Brille mit dir ein.
So findest du die passende Brille bei beam.deals
In unserer Kollektion Laserschutzbrillen ist jede Brille nach Wellenlänge und Filternummer gekennzeichnet. Ein paar Beispiele:
- Protect-Laserschutz Schutzbrille 0282 (ONTOR) – ausgelegt auf den 1064-nm-Bereich, passend für Faserlaser-Schweißen und Laserreinigen.
- Laserschutzbrille Filter 0360 – EN 207 – deckt u. a. Faserlaser, Nd:YAG, Scheiben- und CO₂-Bereich ab.
- Laserschutzbrille Filter 0266 – EN 207 (SPECTOR) – Breitband-Filter für Betriebe mit mehreren Lasertypen.
- Laserschutzbrille Filter 0431 – EN 207 – Schwerpunkt Nd:YAG/Faserlaser (1064 nm) und Scheibenlaser.
Weitere persönliche Schutzausrüstung wie Visiere und Abschirmungen findest du unter Laserschutzausrüstung. Prüfe vor dem Kauf immer, ob die aufgedruckte Wellenlänge und LB-Stufe zu deinem Gerät und deiner Gefährdungsbeurteilung passen.
Wichtig: Die Brille ersetzt nicht die Gefährdungsbeurteilung
Die Laserschutzbrille ist die letzte Schutzmaßnahme in der Rangfolge – nach technischen (Einhausung, Abschirmung) und organisatorischen Maßnahmen. Für den Betrieb von Lasern der Klassen 3R, 3B und 4 gelten in Deutschland die Arbeitsschutzverordnung zu künstlicher optischer Strahlung (OStrV) und die zugehörigen Technischen Regeln (TROS Laserstrahlung). Betreiber müssen eine Gefährdungsbeurteilung erstellen und – bei Klasse 3R (unter bestimmten Bedingungen), 3B und 4 – eine sachkundige Person als Laserschutzbeauftragten schriftlich bestellen. Aus der Gefährdungsbeurteilung ergibt sich auch die konkrete Anforderung an die Schutzbrille. Die DGUV bietet dazu weiterführende Informationen und Auswahlhilfen.
Häufige Fragen (FAQ)
Welche Schutzbrille brauche ich für meinen Laser?
Du brauchst eine EN-207-Brille, deren Kennzeichnung die Wellenlänge deines Lasers (z. B. 1064 nm bei Faserlasern) und die Betriebsart abdeckt, mit einer Schutzstufe (LB), die zur Leistungsdichte deines Geräts passt. Die passende LB-Stufe ergibt sich aus deiner Gefährdungsbeurteilung.
Reicht eine Laserschutzbrille für alle Laser?
Nein. Der Schutz gilt nur für die aufgedruckten Wellenlängen. Eine Brille für 1064 nm schützt nicht vor einem CO₂-Laser (10.600 nm). Wer an mehreren Lasertypen arbeitet, braucht entweder mehrere Brillen oder einen Breitband-Filter, der alle Wellenlängen mit ausreichender LB-Stufe abdeckt.
Welche Laserschutzbrille brauche ich für einen 2 kW Faserlaser?
Sie muss 1064 nm in Betriebsart D abdecken. Die nötige Schutzstufe hängt nicht nur von der Wattzahl ab, sondern von der Leistungsdichte am Filter (Strahldurchmesser, Arbeitsabstand) und wird in der Gefährdungsbeurteilung bestimmt. Gib uns Lasertyp, Leistung und Anwendung an, dann grenzen wir die Brille mit dir ein.
Was bedeutet die Kennzeichnung EN 207 auf der Brille?
Die Markierung nennt Wellenlängenbereich, Betriebsart (D/I/R/M) und Schutzstufe (LB1–LB10), dazu CE- und Herstellerzeichen. Beispiel: D 1064 LB6 steht für Dauerstrichschutz bei 1064 nm mit Schutzstufe LB6.
Was ist der Unterschied zwischen EN 207 und EN 208?
EN 207 kennzeichnet vollwertige Laserschutzbrillen für den Betrieb; sie halten dem direkten Strahl stand. EN 208 kennzeichnet Justierbrillen für Ausrichtarbeiten mit sichtbaren Lasern – sie dämpfen die Leistung nur so weit ab, dass der Lidschlussreflex schützt, und ersetzen keine EN-207-Brille.
Wie lange ist eine Laserschutzbrille verwendbar?
Filter und Rahmen altern. Prüfe die Brille vor jedem Einsatz auf Kratzer, Risse, Verfärbungen oder Verzug und beachte die Herstellerangaben zur Nutzungsdauer. Beschädigte oder erkennbar veränderte Filter bieten keinen zuverlässigen Schutz mehr und sind auszutauschen.
Autor: beam.deals Fachredaktion · Laseranwendungstechnik. Alle Angaben sind allgemeine Richtwerte zur Orientierung und ersetzen weder die Gefährdungsbeurteilung noch eine individuelle Beratung. Für die verbindliche Auswahl von Augenschutz sind die Herstellerangaben, die einschlägigen Normen (EN 207/EN 208, OStrV, TROS Laserstrahlung) und deine Gefährdungsbeurteilung maßgeblich.