Kurz gesagt: In einem Laserschweißkopf arbeiten drei verschiedene Optiken zusammen: die Kollimationslinse macht den Strahl aus der Faser parallel, die Fokussierlinse (Fokuslinse) bündelt ihn auf den Schweißpunkt, und das Schutzglas schützt die Linse vor Spritzern. Welche Fokuslinse passt, legst du über drei Angaben fest: das Kopf-Modell (z. B. SUP23T oder HW970), den Durchmesser × Dicke in Millimeter und die Brennweite F.
Kollimationslinse, Fokussierlinse oder Schutzglas – welche „Linse“ meinst du?
Viele Anfragen lauten sinngemäß „Ich suche eine Schutzlinse für mein Laserschweißgerät“ – gemeint sind dabei aber ganz unterschiedliche Bauteile. Ein Handschweißkopf enthält zwei echte Linsen und ein flaches Schutzglas. Wer das auseinanderhält, findet das richtige Ersatzteil deutlich schneller. Der Strahl läuft von der Lichtleitfaser (LWL) zuerst durch die Kollimationslinse, dann durch die Fokussierlinse und zuletzt durch das Schutzglas auf das Werkstück.

Welche Fokuslinse brauche ich für meinen Laserschweißkopf?
Die Fokussierlinse ist das Bauteil, das den parallelen Strahl auf den Arbeitspunkt bündelt. Für die richtige Auswahl zählen drei Werte: Durchmesser (Ø), Dicke (oft als T angegeben) und Brennweite F. In vielen handgeführten Köpfen sitzt eine Fokussierlinse im Format Ø 20 × 4,5 mm; die Brennweite unterscheidet sich je nach Anwendung. Wichtig ist außerdem die Beschichtung für die Wellenlänge des Faserlasers (typisch 1064–1080 nm). Die folgende Tabelle zeigt, wie sich die drei Optiken unterscheiden.
| Optik | Aufgabe | Position im Kopf | Kennwerte zum Bestellen | Verschleißteil? |
|---|---|---|---|---|
| Kollimationslinse | macht den divergenten Faserstrahl parallel | direkt hinter dem Faserstecker | Ø × Dicke, Brennweite F (Beispiel: Ø 16 × 5 mm, F60) | selten, nur bei Beschädigung |
| Fokussierlinse (Fokuslinse) | bündelt den Strahl auf den Schweißpunkt | zwischen Kollimation und Schutzglas | Ø × Dicke, Brennweite F (Beispiel: Ø 20 × 4,5 mm, F150) | selten, bei Trübung oder Beschädigung |
| Schutzglas (oft „Schutzlinse“ genannt) | schützt die Fokussierlinse vor Spritzern und Rauch | ganz unten, zum Werkstück hin | nur Ø × Dicke (Beispiel: Ø 18 × 2 mm) – keine Brennweite | ja, regelmäßig |
So findest du die richtige Linse in drei Schritten
1. Kopf-Modell bestimmen
Der schnellste Weg führt über das Modell deines Schweißkopfs. Verbreitet sind zum Beispiel SUP23T, MaxPhotonics HW970 oder WSX-Optiken. Steht das Modell fest, ist die passende Linsen-Geometrie meist eindeutig – wir führen die Linsen deshalb nach Kopf-Modell sortiert.
2. Durchmesser × Dicke ablesen
Ist das Modell unklar, hilft das Ausmessen der alten Linse: Notiere Durchmesser und Dicke in Millimeter (z. B. Ø 20 × 4,5 mm). Diese beiden Maße entscheiden, ob eine Linse mechanisch in die Fassung passt. Miss im ausgebauten, sauberen Zustand und fasse die optischen Flächen nicht an.
3. Brennweite (F) wählen
Erst die Brennweite legt fest, wie der Strahl gebündelt wird. Sie steht bei Fokus- und Kollimationslinsen als „F“-Wert dabei (z. B. F150). Zwei Linsen mit gleichem Ø × Dicke, aber unterschiedlicher Brennweite passen mechanisch beide – erzeugen aber ein völlig anderes Strahlprofil. Deshalb ist die Brennweite die Angabe, bei der die meisten Fehlkäufe passieren.
Fokussierlinse: Welche Brennweite fürs Schweißen, welche fürs Reinigen?
Die Brennweite bestimmt Arbeitsabstand und Größe des Brennflecks. Als Richtwert gilt: Eine kurze Brennweite erzeugt einen kleinen, energiedichten Fokus mit kurzem Arbeitsabstand – ideal zum Schweißen. Eine lange Brennweite vergrößert Arbeitsabstand und Wirkfläche und wird eher beim Laserreinigen großer Flächen genutzt. Viele 3-in-1-Köpfe lassen sich durch einen Linsenwechsel zwischen diesen Aufgaben umrüsten.
| Brennweite (F) | Wirkung (Richtwert) | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| kurz (z. B. F150, F200) | kleiner Fokuspunkt, hohe Leistungsdichte, kurzer Arbeitsabstand | Laserschweißen |
| lang (z. B. F400, F600, F800, F1000) | größerer Arbeitsabstand, breiterer Wirkbereich, geringere Leistungsdichte | Laserreinigen (Fläche) |
Passende Linsen findest du gebündelt in der Kollektion Fokussierlinse für das handgeführte Laserschweißen sowie bei den Kollimationslinsen. Konkrete Beispiele: die Fokussierlinse Ø 20 × 4,5 mm, F150 – SUP23T, die Fokussierlinse F150 für WSX / MaxPhotonics / HW970 und die Kollimationslinse Ø 16 × 5 mm, F60 – SUP23T. Bist du dir bei der Zuordnung unsicher, schick uns Kopf-Modell und Maße – wir suchen die passende Optik heraus.
Schutzglas ist keine Linse – der häufigste Irrtum
Wird umgangssprachlich eine „Schutzlinse“ gesucht, ist fast immer das Schutzglas gemeint: eine flache, planparallele Scheibe ohne fokussierende Wirkung. Sie ist ein echtes Verschleißteil und wird deutlich häufiger getauscht als die eigentlichen Linsen. Für das Schutzglas zählen nur Durchmesser und Dicke, keine Brennweite – etwa das Schutzglas Ø 18 × 2 mm für gängige Schweißoptiken. Mehr dazu im Beitrag Welches Schutzglas passt in einen SUP23T?. Den Unterschied der Linsen selbst vertieft der Ratgeber Kollimationslinse oder Fokussierlinse?, und die richtige Pflege beschreibt Schutzglas und Linse am Laser reinigen.
Häufige Fragen (FAQ)
Was ist der Unterschied zwischen Kollimationslinse und Fokussierlinse?
Die Kollimationslinse sitzt direkt hinter der Faser und wandelt den divergent austretenden Strahl in einen parallelen Strahl um. Die Fokussierlinse steht danach und bündelt diesen parallelen Strahl auf den Arbeitspunkt. Beide werden über Durchmesser, Dicke und Brennweite bestimmt, haben aber unterschiedliche Positionen und Aufgaben.
Ich suche eine Schutzlinse für mein Laserschweißgerät – ist das ein Schutzglas?
In den allermeisten Fällen ja. Was umgangssprachlich „Schutzlinse“ heißt, ist eine flache Schutzglas-Scheibe ohne fokussierende Wirkung. Sie schützt die Fokussierlinse und ist ein Verschleißteil. Für die Auswahl brauchst du nur Durchmesser und Dicke, keine Brennweite.
Welche Fokuslinse passt in einen SUP23T-Schweißkopf?
Für den SUP23T sind Fokussierlinsen im Format Ø 20 × 4,5 mm verbreitet, die Brennweite richtet sich nach der Anwendung (kürzer fürs Schweißen, länger fürs Reinigen). Am sichersten wählst du die Linse direkt über das Kopf-Modell aus oder gleichst Durchmesser, Dicke und Brennweite mit deiner alten Linse ab.
Woran erkenne ich, welche Linse ich brauche?
Über drei Angaben: Kopf-Modell, Durchmesser × Dicke und Brennweite F. Steht das Kopf-Modell fest, ist die Auswahl meist eindeutig. Ist es unbekannt, miss die ausgebaute Linse aus und lies – falls vorhanden – die Gravur mit dem F-Wert ab.
Kann ich jede Fokussierlinse in jeden Handschweißkopf einbauen?
Nein. Mechanisch passt eine Linse nur, wenn Durchmesser und Dicke zur Fassung passen. Selbst wenn sie passt, ändert eine falsche Brennweite das Strahlprofil und damit das Schweißergebnis. Halte dich deshalb an die für dein Kopf-Modell freigegebenen Maße.
Wann muss ich die Linse tauschen?
Die eigentlichen Linsen halten lange und werden meist nur bei sichtbarer Trübung, Kratzern oder Einbrand getauscht. Das flache Schutzglas davor ist das eigentliche Verschleißteil und wird je nach Verschmutzung regelmäßig gewechselt. Eine Reinigungsanleitung findest du im verlinkten Pflege-Ratgeber.
Autor: beam.deals Fachredaktion · Laseranwendungstechnik. Alle Maß- und Brennweitenangaben sind Richtwerte und dienen der Orientierung; maßgeblich sind die Vorgaben deines Kopf-Herstellers. Bei Unsicherheit über die passende Optik beraten wir dich gern.